Endodontologie - Wurzelbehandlung für Patienten
Was ist Endodontie?

Endodontie (Endodontologie) ist der Fachbegriff dafür, was viele als Wurzel(kanal)behandlung kennen. Eine Wurzelbehandlung wird häufig nach Zahnschmerzen notwendig (Schmerzen beim Aufbeißen auf den Zahn, Heiß- und Kaltschmerzen, nach einem Abszess / Eiteransammlung ausgehend von einem Zahn). Dabei kommt es zunächst zu einer Schädigung des Zahninneren (=Pulpa) beispielsweise durch Bakterien, die über eine tiefe Karies zum Zahnnerven vorgedrungen sind, durch eine alte, undichte Füllung oder Krone oder auch durch einen Zahnunfall.

Warum eine Wurzelbehandlung?

Schmerzen sind ein sehr spätes Symptom. 82% der Zähne, die eine Wurzelkanalbehandlung benötigen, verursachen keine Beschwerden. Ein Verzicht auf eine Behandlung bedeutet für den Körper eine ständige Abwehrleistung, um eine Endzündung in Schach zu halten. Die chronische, beschwerdefreie Entzündung kann jederzeit akut werden (Schmerzen, Abszess, „dicke Backe“), wenn beispielsweise die körpereigene Abwehr vorübergehend geschwächt ist.

Alternativen

Die Alternative zur Wurzelbehandlung im Schmerzfall ist im Allgemeinen die Zahnentfernung. Danach muss man diesen Zahn jedoch wieder „ersetzen“ beispielsweise in Form einer Brücke oder eines Implantates. Beides ist aufwändig, kostenintensiv und mit entsprechenden Folgerisiken verbunden: Beim Einsetzen einer Brücke müssen die Nachbarzähne entsprechend „beschliffen“ werden. Dabei muss auch gesundes Zahngewebe entfernt werden, was dem Zahn schaden kann. Das Risiko der Nervschädigung nach „Beschleifen“ eines Zahnes liegt bei ca. 5% pro Zahn und macht wiederum eine Wurzelbehandlung notwendig. Abgesehen von all diesen rein rationalen Erwägungen ist es für viele wichtig, den eigenen Zahn zu erhalten und keinen Zahnersatz, in welcher Form auch immer, im Mund zu haben.

Was passiert bei einer Wurzelbehandlung?



Das entzündete oder „verfaulte“ Gewebe des Zahninneren (Pulpa) wird entfernt, der entstandene Hohlraum wird in eine geeignete Form gebracht, um entsprechend gereinigt und desinfiziert werden zu können. Im letzten Schritt wird der Hohlraum dreidimensional dicht verschlossen, um eine neue Infektion zu verhindern. Was sich unspektakulär anhört, ist mit einem enorme Zeitaufwand verbunden, da

- die Kanäle sehr klein sein können (Durchmesser eines Haares)
- zahlreiche, eng beieinander liegende Kanäle in einem Zahn vorliegen (besonders bei Backenzähnen)
- ein direkter Blick in die Tiefe mit normalen Behandlungsmitteln nicht möglich ist
- die Kanäle nochmals sehr feine Seitenkanälchen besitzen können
- die Kanäle mehrfach gekrümmt sein können.



Wie hoch ist die Erfolgsaussicht?

Die Erfolgsaussichten sind mit ca. 75-95% sehr hoch, wenn mit entsprechenden modernen Behandlungsmethoden vorgegangen wird:

- Dreidimensionales, idealerweise thermoplastisches Abfüllen der Kanäle
- exakte Längenbestimmung der Kanäle (endometrisch, röntgenologisch)
- Moderne Instrumente (rotierende Nickel-Titan-Feilen, Ultraschall-instrumente, ultraschallaktivierte Spülungen, Kaltlichtausleuchtung) im Wurzelkanal
- Lupenbrille

Diese Methoden gehen aber weit über die übliche zahnärztliche Praxis hinaus, die sich an der Leistungsbeschreibung der gesetzlichen Krankenkassen orientiert, welche aus dem Jahr 1962 stammt.



Sind Wurzelspitzenresektionen sinnvoll?

Misserfolge werden verursacht durch unzureichende Desinfektion oder Erschließung der Kanäle/Seitenkanäle, Übersehen von Kanälen bzw. durch unzureichende Abdichtung/Füllung. Üblicherweise werden dann Wurzelspitzen-resektionen empfohlen, dies ist ein chirurgischer Eingriff, der die Entzündung entfernen soll und verbliebene Bakterien einschließen soll. Mit diesem Eingriff wird häufig nicht die Ursache behoben, sondern lediglich die Bakterien „isoliert“. Besser ist es, zunächst die Ursache (Mangel an der Wurzelfüllung) anzugehen, indem man die alte Wurzelfüllung entfernt und verbessert. Dadurch wird häufig der chirurgische Eingriff überflüssig.


Zahlt die Krankenkasse diese Kosten?

Um bei Ihnen eine optimale Behandlung mit der bestmöglichen Prognose durchführen zu können, nehmen wir uns die Zeit, welche für die Lösung Ihres Zahnproblems erforderlich ist. Die Abrechnung dieses individuell erforderlichen Aufwands erfolgt auf privater Basis nach der gültigen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und wird zu einem Großteil durch die privaten Versicherungen getragen. Abhängig von dem privaten Versicherungsvertrag verbleibt unter Umständen ein Eigenanteil.
Bei Kassenpatienten entscheidet die individuelle Situation über den Anteil, der von der Krankenkasse erstattet wird. Dies wird in einem ersten Gespräch und entsprechender Untersuchung abgeklärt und ein Kostenvoranschlag erstellt.

 



Dr. med. dent.
Zahnärztin
Simone Weidmann-Lissok
DIE WIR UNS NEHMEN,
IST ZEIT, DIE UNS ETWAS GIBT.